Röchling Automotive SE & Co. KG

Vom Kunststoff-verarbeiter
zum System-lieferanten

Erwin Doll, Vorsitzender des Vorstands, Röchling Automotive SE & Co. KG

Die „e-volution“ ist zum Greifen nah. Weltweit befindet sich die Automobilbranche in einer besonders dynamischen Phase des Wandels. Röchling Automotive ebenfalls.
Optimierte interne Strukturen und Prozesse mit noch stärkerem Kundenfokus sind ein wichtiger Teil der aktuellen Entwicklung. Erwin Doll, Vorstandsvorsitzender von Röchling Automotive, setzt insbesondere auf komplexe Systeme und Lösungen, um am globalen Markt langfristig erfolgreich zu sein. Bei der Realisierung vertraut er auf talentierte Mitarbeiter mit Pioniergeist, die bald an digitalisierten Arbeitsplätzen die Zukunft entwickeln.

Die Automobilindustrie steht aktuell vor vielen Herausforderungen. Connected & Autonomous Driving, Elektrifizierung, Shared Mobility, Digitalisierung, die veränderten legislativen Rahmenbedingungen hinsichtlich Emissionen und viele weitere Faktoren setzen den Markt in Bewegung. Bei vielen Herstellern führt dies zu Anpassungen in der Strategie, andere warten noch ab, wo die Trends hingehen. Das alles wirkt sich natürlich auch auf den Endkunden aus, der durch die öffentliche Diskussion verunsichert ist. Darüber hinaus gibt es die Entwicklung der Weltwirtschaft im Allgemeinen und der steigende Protektionismus andererseits, die zu einer gemäßigten Nachfrage in vielen Teilen der Welt führen.

Die langfristige Ausrichtung bei Röchling Automotive ist daher bereits seit einigen Jahren der konzentrierte Auf-
bau von System- und Lösungskompetenz. Kompetenz über Materialien, Prozesse und Funktionen von Bauteilen und Systemen ist heute schon eine Erwartungshaltung vieler OEMs, die noch mehr Entwicklungsfelder in den nächsten Jahren an Zulieferer abgeben möchten und auf Partner mit ausgewiesenem Know-how setzen.

Dieser Partner sind wir heute bereits im Bereich Aerodynamik und in einigen Teilen des Antriebes. Um unsere Kundenzentrierung zu steigern, haben wir in den vergangenen Jahren Technical Center in Worms/Deutschland, Leifers/Italien, Troy/USA und Kunshan/China gegründet. Dort bauen unsere über 200 Ingenieure verstärkt die Kompetenzen auf, die für die Systeme unserer Kunden in den lokalen Märkten relevant sind. Auf diese Weise gehen wir auf die lokalen und globalen Anforderungen der Automobilindustrie gleichermaßen ein. Zudem arbeiten wir mit Engineering-Dienstleistern und anderen Marktteilnehmern eng zusammen und entwickeln gemeinsame Lösungen für unsere Kunden.

New Mobility im Fokus
Insbesondere unseren Produktbereich „New Mobility“ werden wir im Jahr 2019 noch stärker ausbauen. Die Zukunft der Automobilindustrie ist in Teilen elektrisch und die Entwicklung der Fahrzeuge für diese Zukunft ist eine der größten Herausforderungen, der sich die Automobilhersteller heute stellen müssen. Mit unseren fortschrittlichen Elektrifizierungslösungen, wie zum Beispiel einem innovativen Design für multifunktionale Batteriegehäuse, bieten wir Lösungen und helfen, die kommende „e-volution“ der Branche zu stärken.

Da Fahrzeuge mit immer leistungsfähigeren elektrischen Systemen ausgestattet sind, wird die Batteriesicherheit zu einem entscheidenden Faktor im Fahrzeugdesign. Wir entwickeln zurzeit ein Konzept für multifunktionale Batteriegehäuse, die das Herz von Elektrofahrzeugen im Falle eines Unfalls ausreichend schützen können.

Durch die Verwendung von Stratura® Hybrid, unserer neuesten Innovation im Bereich der leichtgewichtigen thermoplastischen Kunststoffe (LWRT), bieten die leichten Gehäuse hervorragende akustische Eigenschaften und eine verbesserte Crash-Leistung, da sie die bei einem Aufprall freigesetzte Energie aufnehmen, ohne zu brechen oder zu splittern.

Parallel bauen wir unsere Material- und Prozessfähigkeiten weiter aus, um neue strukturelle und leichtgewichtige Lösungen zu finden, die von den Automobilherstellern immer mehr berücksichtigt werden müssen, damit sie die kommenden strengeren Emissionsanforderungen erfüllen können. Der Fokus liegt auf der Optimierung des Engineerings, der Simulation, des Designs und der Herstellung von strukturellen Leichtbauteilen und -systemen, um den OEMs einen höheren Wert zu bieten.

Ein wichtiger Aspekt, um uns als Arbeitgeber
in den kommenden Jahren noch attraktiver zu machen, ist die Digitalisierung des Arbeitsplatzes durch modernste Software. 

Mit dem Kunden im Wandel
Da wir im Unterbodenbereich sehr aktiv sind, spielt auch das Thema induktives Laden für uns eine wichtige Rolle. Wir entwickeln beispielsweise Lösungen, wie eine Spule in unseren leichtgewichtigen und robusten Unterboden integriert und abgeschirmt werden kann.

Im Zuge des autonomen Fahrens kommen darüber hinaus sicherheitsrelevante Systeme wie das Advanced Active Cleaning System (AACS) zum Tragen. Das intelligente Reinigungskonzept AACS ermöglicht eine gezielte, bedarfsgerechte Reinigung verschmutzter Sensoren und Kameras des Fahrzeugs und schafft so eine Grundvoraussetzung für autonomes Fahren. Mit diesem modularen Konzept möchten wir Fahrzeugherstellern einen hohen Grad an Flexibilität bieten und sie auf diese Weise in der Übergangsphase zum vollautonomen Fahren unterstützen.

Bei all den zukunftsorientierten Projekten vergessen wir allerdings nicht das Hier und Jetzt. Um die Emissionsgrenzwerte für Diesel- und Ottomotoren zu erreichen, stellen wir SCR-Tanksysteme und Systeme zur Wassereinspritzung bereit.

Die Basis für unseren Erfolg
Über allem steht: Unsere Mitarbeiter sind der maßgebliche Faktor für den zukünftigen Erfolg unseres Unternehmens. Deshalb werden wir in den kommenden Jahren sehr viel in die Fort- und Weiterbildung unserer Talente investieren. Ein wichtiger Aspekt, um uns als Arbeitgeber in den kommenden Jahren noch attraktiver zu machen, ist die Digitalisierung des Arbeitsplatzes durch modernste Software. Die vor einigen Jahren begonnene Digitalisierung unserer Entwicklungs- und Projektabläufe sowie unserer weltweiten Werke soll unsere Mitarbeiter in die Lage versetzen, Arbeitsabläufe zu beschleunigen und die Zusammenarbeit zu vereinfachen.