Stuttgart Heroes


Eine Mischung aus Nervosität und Freude. Heute treffe ich einen besonderen Menschen. Aber keinen Vorstand oder Topmanager, sondern einen Schauspieler. Ungewohntes Terrain. Mit ihm werde ich eine meiner und auch seiner großen Leidenschaften teilen: Porsche fahren. Ich freue mich auf drei »Stuttgarter Helden«: Richy Müller, den Porsche Targa von 1975 und den Porsche Targa 4 GTS.

Der Tatort-Porsche ist wie die Schimanski-Jacke: Kult des 21. Jahrhunderts

 

Fahrerlager

Aufgeregt und voller Freude stehe ich an einem sonnigen Herbsttag am Start- und Zielturm der Solitude, einer ehemaligen Motorsport-Rennstrecke westlich von Stuttgart, und warte voller Anspannung: Heute werde ich Richy Müller kennenlernen und mit ihm zusammen Porsche fahren an einer der charmantesten Strecken für Autoenthusiasten im Großraum Stuttgart. Ich freue mich auf diese, für mich besondere Begegnung. Interessante Menschen und ihr individueller Bezug zu speziellen Autos sind meine ausdrückliche Leidenschaft. Aber eins nach dem anderen. 

 

Es ist wie im Film. Da kommt ein Porsche Targa von 1975, schokoladenbraun mit Fuchs-Felgen auf mich zu gefahren. Die Tür öffnet sich und mit einem breiten Lächeln steigt Richy Müller aus, der mich gleich entspannt begrüßt, als würden wir uns schon lange kennen. Ihm ist die Freude auf unsere kleine Ausfahrt ebenfalls anzumerken, denn auch ihn treibt die Rennsport-Leidenschaft an. 

 

Wir starten beim Tatort. Und bei dem unübersehbaren Hinweis auf die Auto-Leidenschaft von Richy Müller: Der Porsche Targa von 1975, das war seine Idee. Als Richy Müller für die Rolle angefragt wurde, wollte er Lannert gerne eine Art Erkennungszeichen mitgeben. 

Und kam aufgrund seiner persönlichen Vorlieben und der Verbindung mit Stuttgart auf einen Porsche. Aber einen mit Vergangenheit, ebenso wie seine Figur im Tatort. Und im Laufe der Jahre entwickelte sich der braune Porsche Targa zum Markenzeichen – zur Schimanski-Jacke des 21. Jahrhunderts. 

 

Der Tatort-Kommissar war eine Art Ritterschlag für Richy Müller, der eigentlich Hans-Jürgen heißt und in seiner ersten großen Fernsehrolle in »Die große Flatter« von 1979 als Richy so überzeugend war, dass ihm der Name blieb. 

 

Seit mehreren Jahrzehnten ist er ein vielbeschäftigter Schauspieler in Film, Fernsehen und Theater. So sah man ihn in »Irren ist männlich«, »Die Apothekerin« und sogar in Hollywood in »Triple X«. Für seine Rolle in »Poll« bekam er 2011 den Deutschen Filmpreis. Viel liegt ihm auch am Theater. So spielte er in „Rain Man“ den autistischen Raymond in Karlsruhe und bei den Bad Hersfelder Festspielen in der besonderen Kulisse der Stiftsruine in Arthur Millers „Hexenjagd“.

 

Neben der Schauspielerei engagiert er sich auch für soziale Projekte, beispielsweise in der »Arche Intensiv Kinder«, und erhielt dafür den Landesverdienstorden von Baden-Württemberg. 

 

Doch dann blickt Richy Müller fast nachdenklich auf unsere beiden Porsche Targa und sagt: »Eigentlich wäre ich lieber Rennfahrer geworden, aber es ging damals nicht. Das war außerhalb jeglicher Realität. Doch umso mehr freue ich mich heute, meine Leidenschaft für schnelle Autos ausleben und dies auch mit der Schauspielerei verbinden zu können.« 

Präzision und Disziplin

Er sagt, er braucht keinen Luxus, keine Maßanzüge. Aber Porsche liebt er doch. Er fährt gerne schnell und hat schon in jungen Jahren Motorradrennen gefahren. Wegen des Verletzungsrisikos ist er dann auf das Auto umgestiegen, erwarb eine C-Rennlizenz und fährt im Porsche Kundenmotorsport. Zuletzt fuhr er im Porsche Carrera Cup als Gast und konnte sich einen achten Platz sichern. 

 

Begeistert erklärt er mir, was für ihn das Faszinierende am Rennsport ist: »Das Auto am Limit bewegen, die Ideallinie suchen und die Strecke mit Präzision und Disziplin meistern. Dann entsteht ein Flow, der einfach unwiderstehlich ist.«

 

Glemseck

Das Stichwort reicht mir und wir steigen in unsere Targa-Modelle. Richy Müller in den Targa von 1975. Das ist natürlich nicht der »echte« aus dem Tatort, der wird nur für die Dreharbeiten bewegt, sondern sein privater, der dem Dienst-Targa zum Verwechseln ähnlich sieht. Natürlich lasse ich dem Rennfahrer den Vortritt und setze mich hinter ihn mit meinem 911 Targa 4 GTS von 2018. Die ersten Kurven sind zum Genießen, doch dann steigt der Adrenalinpegel. Der Targa vor mir röhrt in einem satten Ton, meiner nicht weniger – schon dieses Geräusch sorgt für wohlige Gänsehaut. Die Bäume fliegen an uns vorbei, die Straße liegt vor uns wie ein heruntergefallenes Geschenkband, mal gerade, mal in Kurven. Die Sonne scheint und bildet Licht- und Schattenspiele auf der Fahrbahn. Und ich bin begeistert, wie mein Porsche Targa 4 GTS der neuesten Generation effiziente Sportlichkeit so stilvoll auf die Straße bringt.

Natürlich schaltet mein PDK innerhalb von Millisekunden – leider müssen wir uns an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten – doch dieser stilprägende Klassiker zeigt in jeder Faser Agilität und Dynamik. Der Targa vor mir aber genauso. Auch wenn Richy Müller noch »klassisch« zu schalten hat, drückt sich schon im Design des Hecks von 1975 vor mir der unmissverständliche Leistungswille des Porsche Targa aus. 

 

Der Targa war und ist eine automobile Stil-Ikone - jede Generation wird erneut zum Klassiker

 

Es muss ein imposanter Eindruck sein: Zwei Porsche Targa aus verschiedenen Generationen und doch unverwechselbar. Denn der Targa ist eine Stil-Ikone, nicht weil er jeder Mode folgt, sondern weil er Trends setzt, die die Zeiten überdauern. 

 

Ich bin zu 100 Prozent konzentriert und angespannt. Richy Müller scheint zu genießen, ist in jeder Kurve auf der Ideallinie und immer am Limit, jedoch am Limit des Gesetzes. 

 

In 2018 möchte Müller sein Leben unter beiden Leidenschaften aufteilen und eine Saison Porsche Carrera Cup mitfahren. Ich freue mich für ihn und wünsche ihm viel Spaß dabei. Den sprichwörtlichen »Hals- und Beinbruch« wird es nicht geben, denn was steht auf seinem Rennanzug: »Keep calm und sei ein Vorbild«.